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Lessons learned: WT-Zeitwirtschaft – Clear View

Ausgeschriebene Diskussionsvorlage: Wie aus Daten ein demokratisch legitimierter Regelkreis wird, der Kooperation strukturell attraktiver macht als Ausnutzen – mit WT-Zeitwirtschaft, Skill-Tree-Logik (Bildung als Upgrade), Civic-Bounty-Mechanik (Bug-Bounty-Analogie) sowie klaren Inklusions-, Anti-Gaming- und Datenschutzbedingungen.

1.WT-Zeitwirtschaft als Evolutionsstufe von Information zu Koordination (Clear View)

Diskussionsvorlage (ausgeschrieben; wissenschaftlich korrekt, bewusst einfache Sprache)

Wie aus Daten ein demokratisch legitimierter Regelkreis wird, der Kooperation systematisch attraktiver macht als Ausnutzen – ohne Zentralsteuerhirn, ohne Totalüberwachung, mit Charta als oberster Leitplanke.

1.1.Ausgangspunkt und These

Wir leben in einer Welt mit hoher Informationsdichte, aber begrenzter Koordinationsfähigkeit. Daten über Klima, Gesundheit, Infrastruktur, Bildung, Sicherheit und Versorgung existieren in hoher Auflösung. Trotzdem bleiben gesellschaftliche Ergebnisse oft instabil, unfair oder ökologisch destruktiv. Das ist weniger „Wissensmangel“ als ein Strukturproblem: Signale und Anreize sind häufig entkoppelt von realen Systemkosten.

Die These lautet: Das WT-Modell (Zeitwirtschaft mit gewichteten Zeit-Token) kann als Evolutionsstufe verstanden werden. Es macht aus „Information als Bericht“ eine „Information als Regelkreis“. WT ist kein Ersatz für Demokratie, keine Planwirtschaft und kein technischer Selbstzweck. Es ist ein Koordinationsprotokoll, das messbare Signale in legitime, überprüfbare Allokationsregeln übersetzt. Diese Regeln brauchen Sicherheits- und Anti-Gaming-Mechanismen. Sie brauchen außerdem eine Inklusionslogik, die Menschen nicht nach „Leistungsfähigkeit“ sortiert.

Das Ziel ist dabei schlicht: Grundversorgung, Infrastruktur, Care und Forschung sollen zuverlässig funktionieren, ohne dass ein System Menschen dauerhaft überlastet oder große Teile der Arbeitszeit in reinen Geld- und Konkurrenz-Overheads verbrennt. Ein gutes System reduziert die notwendige Pflichtzeit, ohne Versorgungssicherheit, Menschenrechte und ökologische Leitplanken zu verletzen.

1.2.Problemdefinition: Warum Information allein nicht reicht

1.2.1.Daten sind nicht gleich Signale

Viele Daten sind unvollständig, verzerrt, proprietär, nicht vergleichbar oder nicht auditierbar. Manche Schäden werden gar nicht oder zu spät gemessen. Manche Kennzahlen sind uneinheitlich definiert, sodass sie sich nicht sauber vergleichen lassen. Oft gibt es Interessenkonflikte, die zu selektiver Erfassung oder selektiver Darstellung führen. Und selbst dort, wo Daten existieren, sind sie häufig nur Proxys, die das eigentliche Ziel nur teilweise abbilden.

Die Konsequenz ist einfach: Ein Koordinationssystem muss festlegen, welche Daten als „Signal“ gelten dürfen. Diese Signale müssen nachvollziehbar, minimal-invasiv, überprüfbar und missbrauchsarm sein.

1.2.2.Signale sind nicht gleich Feedback

Selbst gute Kennzahlen bleiben wirkungslos, wenn sie keine Rückkopplung auslösen. Ein System lernt nur, wenn Signale nachvollziehbare Konsequenzen haben. Das betrifft Priorisierung knapper Kapazitäten, adaptive Zuteilung dorthin, wo Engpässe entstehen, und Schutzmechanismen, die Überlastung begrenzen. Es betrifft auch Belohnung von Qualität und Fehlerbehebung statt bloßer Aktivität.

Ohne Feedback bleibt Information Berichtswesen. Mit Feedback entsteht Regelkreis.

1.2.3.Feedback ist nicht gleich faire Allokation

Feedback kann technisch funktionieren und trotzdem unfair sein, wenn es die falschen Ziele optimiert. In Geldsystemen sind Preis- und Profitsignale häufig entkoppelt von Systemkosten. Externalisierung, Macht-/Monopoleffekte und Informationsasymmetrien verzerren, was sich „lohnt“. Das führt typischerweise zu zwei Effekten: Grundlastfelder wie Pflege, Bildung, Infrastruktur und Resilienzarbeit werden strukturell knapp, obwohl sie Stabilität tragen. Gleichzeitig wachsen Bereiche, die vor allem dem Geldsystem selbst dienen, also Transaktionskosten, Marketing-„Rüstungen“, Rechts-/Steueroptimierung und Reporting-Kaskaden.

Ein alternatives Koordinationsprotokoll darf diese Verzerrungen nicht einfach übernehmen.

1.3.Kernidee WT: Ein Koordinationsprotokoll auf Basis von Zeit

1.3.1.Warum Zeit als Basis

Zeit ist universell, im Tagesbudget gleich verteilt und nicht beliebig „vermehrbar“ wie Kapital. Zeit macht reale Aufwände sichtbar, zum Beispiel Lernzeit, Stress, Verantwortung und Schichtlast. Zeit erlaubt harte Schutzregeln, weil man Caps und Regeneration verbindlich definieren kann. Zeit ist außerdem an Körper und Endlichkeit gebunden, was Akkumulationslogiken erschwert.

„Zeit als Basis“ heißt nicht, dass jede Stunde gleich ist. Es heißt: Die Einheit ist stabil verankert und soll nicht durch Besitzmacht verzerrt werden.

1.3.2.Gewichtete Zeit statt „gleiche Stunde“

Nicht jede notwendige Tätigkeit hat die gleichen Eintrittskosten und Systemfolgen. Ein WT-Ansatz bildet deshalb Faktoren ab, die in einfachen Skalen ausdrückbar und auditierbar sind. Dazu gehören Qualifikations- und Lernkosten, Risiko und Haftungsfolgen, Belastung und Arbeitsbedingungen, Gemeinwohlkritikalität und Knappheit. WT ist dann die transparente Regel, wie diese Faktoren in eine Gewichtung übersetzt werden.

Das Ziel ist klar: Kritische, anspruchsvolle oder belastende Tätigkeiten werden so gestellt, dass sie attraktiv, fair und ausreichend besetzt sind. Das System soll nicht auf Moralappelle angewiesen sein, sondern auf robuste Anreiz- und Schutzlogik.

Eine didaktische Formel (nicht „finale Mathematik“) kann so aussehen:

WT = (Belastung·0,30) + (Risiko·0,20) + (Knappheit·0,15) + (Qualifikation·0,20) + (Gemeinwohl·0,15)

Dazu gehören harte Grenzen. Es gibt einen Floor, weil niemand unter den Sockel fällt. Es gibt Caps, weil Extremwerte abgeschnitten werden müssen. Und es gibt Regenerationsregeln, weil hohe Gewichtung nicht in dauerhafte Überlastung kippen darf.

1.3.3.Inklusion: Rechte sind nicht verhandelbar, Beiträge sind capability-basiert

Ein WT-System ist sofort illegitim, wenn eingeschränkte oder nicht voll leistungsfähige Menschen benachteiligt würden. Deshalb gilt: Grundversorgung und Schutzrechte sind nicht leistungsabhängig. Gleichzeitig organisiert das System Beiträge capability-basiert. Menschen leisten, was in ihren Möglichkeiten liegt. Sie bekommen maximale Unterstützung durch Assistenz, Hilfsmittel, Umgebungsanpassung und passende Aufgaben. Beiträge können auch indirekt sein, zum Beispiel Mentoring, Wissensweitergabe, lokale Fürsorge oder Qualitätsprüfung, solange sie gesellschaftlich relevant und überprüfbar sind.

Das System bewertet nicht den „Wert des Menschen“. Es bewertet Aufgaben. Und es schützt Menschen vor Überlastung.

1.3.4.Lebensphasen: Erwerbsfenster als Rechenannahme

Für eine grobe Stundenbilanz braucht man eine definierte Kapazitätsbasis. Als Modellannahme setzen wir ein Erwerbsfenster von 21 bis 64. Davor und danach sind Beiträge möglich, aber im Mittel weniger verlässlich planbar und müssen über den Sockel abgesichert sein. Kinder, Studierende, Pflegebedürftige und Hochbetagte sind keine „Trittbrettfahrer“. Sie sind Teil der demografischen Realität, die jedes faire System abbilden muss.

1.3.5.Entscheidender Unterschied zu „Planwirtschaft“

WT ist kein zentraler Masterplan. Es ist ein Regelwerk, das lokale Autonomie mit globalen Leitplanken kombiniert. Lokal werden Bedarf, Priorisierung und konkrete Ausgestaltung entschieden. Global gelten Mindeststandards, Audit-Regeln, Transparenzanforderungen und Charta-Constraints. Entscheidend ist ein gemeinsames Protokoll, damit Knoten vernetzbar sind und Redundanz berücksichtigt werden kann. Nur so sind Grundversorgung, Effizienz und Resilienz gleichzeitig plausibel.

1.3.6.Randbedingungen: Motivation, freie Entfaltung, private Transfers, Glücksspiel

Motivation darf nicht davon abhängen, dass Menschen permanent „unter Druck“ stehen. Deshalb braucht es Wahlfreiheit innerhalb eines klaren Bedarfskorridors. Lernen ist zentral, muss aber Rückkopplung an realen Bedarf und Praxisanteile haben, damit Qualifikation nicht zum Ausweichraum ohne Systemnutzen wird. Freie Entfaltung ist ausdrücklich Ziel, aber begrenzt durch die Charta, damit andere nicht geschädigt werden und die Grundversorgung stabil bleibt.

Private Weitergabe und Transfers sollen möglich sein, aber Machtakkumulation und verdeckte Abhängigkeiten dürfen nicht zurückkehren. Dafür braucht es Caps, auditierbare Regeln und Missbrauchsdetektion. Glücksspiel wird, falls gesellschaftlich erlaubt, als strikt lizenziertes Freizeitangebot behandelt. Es braucht Jugendschutz, Limits, Suchtprävention und eine klare Trennung von Grundversorgung, Pflichtlogik und Versorgungsschnittstellen.

1.4.Gamification als Sicherheits- und Motivationslayer (Skill-Tree + Civic-Bounty)

Gamification ist hier kein Selbstzweck. Sie soll Orientierung geben und sie soll Sicherheit erhöhen. Entscheidend ist, dass sie kein Social-Credit-System wird und keine Suchtmechaniken als Steuerinstrument benutzt.

1.4.1.Skill-Tree: Bildung als Upgrade ohne Herkunftsbarriere

Wenn Bildung kostenlos ist, wird Fortschritt weniger durch Startkapital gebremst und stärker durch reale Lern- und Übungszeit. Das entspricht einer Skill-Tree-Logik: Wer Zeit investiert, kann Aufgaben mit höherer Verantwortung übernehmen. Höhere Verantwortung ist dabei nicht „Status“, sondern höhere Systemwirkung. Deshalb gehören Supervision, Rotation, klare Haftungslogik und Schutzmechaniken dazu.

Damit Bildung nicht zur „Wissensmaximierung ohne Rückkopplung“ wird, braucht es Bedarfsbindung und Praxis-Rückkopplung. Ausbildungskapazitäten und Zertifikate müssen an reale Bedarfe gekoppelt sein, nicht an Prestige. Und Lernpfade müssen reale Versorgungsanteile enthalten, damit Lernen im System verankert bleibt.

1.4.2.Mission-Boards und Matching: Freiwilligkeit plus Engpasssteuerung

Ein transparentes Aufgaben- und Projektboard macht Freiwilligkeit praktisch möglich. Aufgaben sind klar beschrieben, inklusive Scope, Qualitätskriterien und Sicherheitsanforderungen. Menschen wählen nach Interesse und Fähigkeit. Engpässe werden über nachvollziehbare Multiplikatoren adressiert, zum Beispiel über höhere WT-Gewichtung, zusätzliche Regenerationsrechte oder priorisierte Skill-Freischaltungen. Caps verhindern dabei Selbstüberlastung, denn Overwork darf kein Siegzustand sein.

1.4.3.Inklusion im Design: mehrere Erfolgswege ohne Stigma

Damit eingeschränkte Menschen nicht benachteiligt werden, braucht das System mehrere valide Erfolgswege. Es braucht assistive Rollen mit echter Systemrelevanz. Es braucht Buddy-Modelle, bei denen Teams mit unterschiedlichen Fähigkeiten gemeinsam erfolgreich sein können. Es braucht variable Intensität, sodass Menschen Aufgaben in mikro-, normal- oder projektbasierten Formen leisten können. Und es braucht Anti-Stigma-Regeln, vor allem keine öffentlichen Personenrankings. Stattdessen sollen Qualitätsmetriken anonymisiert und aggregiert sein.

1.4.4.Civic-Bounty: Fehler melden soll rationaler sein als ausnutzen

Ein robustes System muss Regelmissbrauch antizipieren. Ein Sicherheitslayer setzt Anreize so, dass das Melden von Schwachstellen attraktiver ist als Missbrauch. Die Bug-Bounty-Analogie aus der IT-Sicherheit lässt sich als Civic-Bounty auf Governance übertragen. Wer eine nachweisbare Schwachstelle verantwortungsvoll meldet, erhält eine definierte Belohnung. Wer Schwachstellen ausnutzt oder verdeckt, muss mit Sanktionen rechnen, die deutlich über der Bounty liegen. So stabilisiert man Integrität verhaltensökonomisch, statt nur moralisch zu appellieren.

Wichtig ist, dass es dafür eine saubere Architektur gibt: einen geschützten Meldekanal, eine nachvollziehbare Verifikation, ein Schweregrad-Scoring, klare Safe-Harbor-Regeln für verantwortungsvolle Meldung und eine öffentliche Lernschleife nach Fix, ohne personenbezogene Details.

1.5.Anti-Gaming und Datenschutz: Bedingungen für gesellschaftliche Akzeptanz

WT wird nur dann akzeptiert, wenn es nicht als Überwachungssystem wahrgenommen werden muss. Deshalb gilt Datenminimierung als Standard. Die Gewichtungslogik muss offen, verständlich und prüfbar sein. Audits müssen unabhängig sein, mit Stichproben und öffentlichen Fehlerberichten. Die Architektur muss polyzentrisch sein, damit keine Einzelstelle alles kontrolliert. Es braucht Widerspruchswege, Fristen und dokumentierte Entscheidungen. Und es braucht Anti-Goodhart-Prinzipien, weil Metriken Werkzeuge sind, nicht Ziele.

Zur Transfer-Frage gilt: Totale Einsehbarkeit für jeden ist zwar einfach, erzeugt aber Erpressbarkeit und sozialen Druck. Robust ist ein Zwei-Schichten-Prinzip. Die Regeln und Aggregatströme sind maximal transparent. Individuelle Einblicke sind kontrolliert und auditierbar, zum Beispiel über Schwellen, Flags und unabhängige Prüfungen. Dazu kommen Caps, Cooling-off-Zeiten und Sanktionen.

1.6.Vorschlag für einen Pilot (ohne Systemsturz, ohne Totalumbau)

Ein Pilot sollte klein starten, aber echte Anreiz- und Sicherheitsfragen testen. Er braucht einen klaren Scope, etwa eine Kommune, ein Verband oder ein Campus. Er sollte sich auf wenige Domänen konzentrieren, die hohe Kritikalität haben, zum Beispiel Pflege und Grundversorgung, IT-Sicherheit oder Wasser- und Infrastruktur. Erfolg wird an messbaren Metriken bewertet, etwa Besetzungsquote, Fluktuation, Qualitätsindikatoren, Zeit bis Fehlerbehebung, Zufriedenheit und Missbrauchsfälle. Governance muss von Beginn an sauber sein, mit unabhängigen Audits und öffentlichem Reporting. Inklusionsmetriken sind Pflichtbestandteil, weil „Fairness unter Last“ der zentrale Test ist.

1.7.Offene Diskussionsfragen (Einladung zur Kritik)

Welche Signale sind minimal genug, um nützlich zu sein, ohne Überwachung zu erzeugen? Welche Faktoren sind legitim und welche erzeugen Stigma oder neue Machtasymmetrien? Wie verhindert man Capture bei Einstufung und Audit, also Lobbying und institutionelle Selbstbedienung? Welche Sanktionen sind notwendig, ohne drakonisch zu werden? Wie verhindert man, dass Civic-Bounty selbst zum Spiel wird? Wie operationalisiert man „maximale Unterstützung“ für eingeschränkte Menschen, ohne neue Bürokratiehürden? Wie regelt man private Transfers so, dass Hilfe möglich bleibt, aber Machtakkumulation nicht zurückkehrt? Und welches klare Falsifikationskriterium akzeptieren wir, also wann sagen wir ehrlich: „So funktioniert es nicht“?

1.8.Schlussgedanke

Der Anspruch dieser Vorlage ist nicht „perfekte Zukunft“, sondern ein prüfbarer Mechanismus. Wenn Information die neue Umweltbedingung ist, braucht Gesellschaft eine neue Evolutionsstufe der Koordination. WT ist ein Vorschlag, wie aus Signalen ein demokratisch legitimierter Regelkreis wird, inklusive Sicherheitslayer, der Fehler belohnt zu melden und zu beheben, statt sie auszunutzen.

Wenn ein System nur funktioniert, solange alle „gut“ sind, ist es kein System, sondern ein Wunsch. Der nächste Schritt sind daher Kritik, Simulationen, Pilotdaten und klare Kriterien, wann man den Entwurf verwerfen oder ändern muss.


1.9.Kurze Rechnung: geschätzte notwendige Arbeitszeit pro Mensch und Tag (Grobmodell)

1.9.1.Datengrundlage (Beispiel: EU als hochproduktive Vergleichsregion)

  • Durchschnittliche tatsächliche Wochenarbeitszeit in der EU 2024: 36,0 Stunden/Woche (unter den Beschäftigten).
  • Beschäftigungsquote der 20–64-Jährigen in der EU 2024: 75,8%.

Daraus folgt: Pro 100 Personen (20–64) werden aktuell grob geleistet:

H_total = 75,8 * 36,0 = 2.728,8 Stunden/Woche

Umgerechnet auf eine Person (20–64):

h_total_person = 2.728,8 / 100 = 27,288 Stunden/Woche

1.9.2.Annahme: Anteil wegfallender/kräftig schrumpfender Tätigkeiten

Die „Bullshit“-Diskussion liefert Bandbreiten; als konservative bis ambitionierte Szenarien:

  • Szenario A (konservativ): 25% der Arbeitsstunden entfallen strukturell (Geld-/Marketing-/Overhead reduziert, aber viel bleibt).
  • Szenario B (mittig): 35% entfallen strukturell.
  • Szenario C (ambitioniert): 50% entfallen strukturell.

Essentielle, gesellschafts-/system-/forschungsrelevante Stunden:

h_ess = h_total_person * (1 - Anteil)

Ergebnisse:

A) 27,288 * 0,75 = 20,466 h/Woche B) 27,288 * 0,65 = 17,737 h/Woche C) 27,288 * 0,50 = 13,644 h/Woche

1.9.3.Umrechnung „pro Tag“

  • Wenn man 5 Arbeitstage/Woche als organisatorische Konvention nutzt:

A) 20,466 / 5 = 4,09 h/Tag B) 17,737 / 5 = 3,55 h/Tag C) 13,644 / 5 = 2,73 h/Tag

  • Wenn man auf 7 Tage glättet (Schicht-/Versorgungsrealität):

A) 20,466 / 7 = 2,92 h/Tag B) 17,737 / 7 = 2,53 h/Tag C) 13,644 / 7 = 1,95 h/Tag

1.9.4.Einordnung

  • Der mittlere Korridor liegt damit grob bei ~2,5 Stunden/Tag (7-Tage-Glättung) bzw. ~3,5 Stunden/Tag (5-Tage-Organisation) pro Person im erwerbsfähigen Fenster – für Tätigkeiten, die real Versorgung, Systembetrieb und Forschung tragen.
  • Das ist keine Zusage, sondern eine Plausibilitätsrechnung: Der reale Wert hängt an Konsumniveau/Suffizienz, Automatisierungsgrad, Qualität/Redundanzanforderungen (Resilienz) sowie Demografie und Capability-Verteilung.

1.10.Quellen (Auswahl)

  • Eurostat: Actual and usual hours of work (EU 2024: 36,0h).
  • Eurostat: Employment – annual statistics (EU 2024: 75,8% für 20–64).
  • BSI: KRITIS (Definition/Sektoren als Anker für „Systemrelevanz“).
  • Bundesagentur für Arbeit: Engpassanalyse (Methodik/Indikatoren als Proxy für Knappheit).
  • Optional: Destatis Zeitverwendungserhebung; ILO/OECD Arbeitszeit-/Produktivitätsindikatoren.

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